Irgendwo in Iowa…

Unser großes Abenteuer

Feiern mit unseren amerikanischen Freunden

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Wie schon 2016, waren wir auch im letzten Jahr wieder zu Thanksgiving und an Heiligabend bei unseren Freunden Elysa und Frank eingeladen. An Thanksgiving gab es natürlich den obligatorischen Truthahn, und dazu diverse weitere Köstlichkeiten, wie z.B. Süßkartoffeln, dinner rolls, die leckere Truthahnfüllung (stuffing) und vieles mehr – der Tisch bog sich mal wieder:

Franks Schwester Kathy und ihr Mann Bob waren extra – auch wie jedes Jahr – aus Cleveland, OH, angereist, und so haben wir einen sehr netten Abend zu sechst verbracht. Abends um 22h wurde dann, wie es bei Elysa und Frank schon lange Tradition ist, die Weihnachts-Außenbeleuchtung, die von Frank wie immer sehr liebevoll und von Jahr zu Jahr aufwändiger dekoriert wurde, erstmalig eingeschaltet. Zum Glück hatte er am Nachmittag schon einen Probelauf gestartet und war dann gleich zum Baumarkt gefahren, um diverse Sicherungen und Außensteckdosen zu ersetzen! 😉

Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen:

Silvester haben wir dieses Mal auch ganz amerikanisch gefeiert. Wir waren bei Jim und Merrie eingeladen, die wiederum Freunde und Nachbarn von Elysa und Frank sind und mit denen wir auch schon diverse Radtouren gemacht haben. Natürlich gab es auch hier wieder leckeres Essen. Alle Gäste waren aufgefordert, etwas zum Buffet beizutragen, und so gab es Laugenbrötchen (auf englisch „pretzel rolls“!) mit Schinken, Rohkost mit Dips, einen selbstgemachten „Obatzda“ (dreimal dürft ihr raten, wer den mitgebracht hat!!) mit Salzbrezeln, Käse, Kuchen, Chips, heißen Punsch, kaltes Bier – es war also für jeden Geschmack etwas dabei (nur Rotwein gab es leider nicht, sehr zu Peters Leidwesen!).

Die amerikanischen Parties, die wir bisher miterlebt haben, waren ja meistens deutlich früher zuende, als wir das aus Deutschland kennen. Und auch an Silvester verabschiedete sich der erste Gast bereits um 21h (gut, sie musste am nächsten Morgen früh raus, arbeitet im Krankenhaus, und da ist ja auch Neujahr ein ganz normaler Arbeitstag), ein weiteres Pärchen ging gegen 22h (mit einer ähnlichen Begründung), aber der Rest (insgesamt ca. 20 Personen) hat dann doch bis Mitternacht durchgehalten. Zwischen Essen und Mitternacht gab es zum Zeitvertreib ein paar Spielchen, und zwar u.a. das in Deutschland als „Onkel Otto in der Badewanne“ bekannte Wortspiel. Es kamen wirklich lustige Kreationen zustande und wir haben viel gelacht.

Als es dann auf Mitternacht zuging, waren wir natürlich sehr gespannt, wie das hier in Amerika abläuft. Wir wussten ja schon von den letzten zwei Silvestern, dass es hier nicht üblich ist, um Mitternacht raus zu gehen und mit den Nachbarn anzustoßen. Wir hatten in der Silvesternacht allerdings auch Temperaturen um die minus 25°C, da wären wir wohl sowieso lieber drinnen geblieben! Auch Feuerwerk gehört hier nicht zwingend zu Silvester dazu, bis vor einem Jahr waren private Feuerwerke ja in Iowa sowieso verboten. Was es allerdings gab, war das obligatorische Glas Sekt zum Anstoßen auf das Neue Jahr, und der gebannte Blick auf den Fernseher, um den „großen Moment“ auch ja nicht zu verpassen. Statt Feuerwerk wurden kurz vor Mitternacht diverse Handratschen, Tröten und ähnliche Krachmacher verteilt und so wurde das neue Jahr dann auch mit viel Lärm begrüßt.

Für die härter Gesottenen unter uns hatte Jim dann noch eine kleine Überraschung parat: er verteilte Becher mit kochend heißem Wasser, das wir dann draußen einfach so in die Luft geschüttet haben. Was denkt ihr, was passiert (bei diesen extremen Minus-Graden)? Na, irgendeine Idee? – Also gut, hier die Auflösung: das Wasser gefriert sofort in der Luft und fällt als ganz feiner Pulverschnee zu Boden! War echt faszinierend und funktioniert tatsächlich nur mit kochend heißem Wasser, wenn man es mit kaltem Wasser versucht, platscht es einfach auf den Boden.

Wie schon erwähnt, wir hatten Außentemperaturen unter minus 25°C und somit über 45°C Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen! Das war definitiv das kälteste Silvester, das ich je erlebt habe – und hier das Beweisfoto:

Ganz entgegen meinen sonstigen Gewohnheiten habe ich dieses Silvester noch nicht einmal „Dinner for One“ geschaut, was eigentlich seit vielen Jahren zu meinen festen Silvester-Ritualen gehört. Aber der Vorsatz fürs nächste Silvester ist schon gefasst, „Dinner for One“ muss auf jeden Fall dann wieder mit dabei sein und – ganz ehrlich – ein gemütliches Fondue oder Raclette im kleinen Kreis ist mir dann doch hundertmal lieber als diese Art, Silvester zu feiern – aber wir haben es wenigstens mal ausprobiert.

3 Kommentare

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  2. Das hört sich nett an! Auch wenn ich es inzwischen auch lieber den etwas kleineren Rahmen bevorzuge. Aber schön, dass ihr die Gelegenheit bekommen habt, Sylvester einmal auf amerikanisch zu begehen.

    Allerdings habe ich noch eine Frage: wie spielt man Onkel Otto in der Badewanne?

    • Hallo Ihr,

      klingt ja lustig, aber -25,9 C …. Brrr, da hätte ich auch gestreikt. Allerdings klingt das mit dem kochenden Wasser auch wieder spannend. Wird man aber wohl in unseren Breitengraden nicht ausprobieren können, aber damit kann ich leben, wenn ich dafür auf solche extremen Temperaturen verzichten kann.

      Schön, dass ihr so fleissig schreibt, ist doch immer wieder schön, von Euch zu hören.
      Ich weiss übrigens auch nicht, wie man „Otto in der Badewanne“ spielt 🙂

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