Irgendwo in Iowa…

Unser großes Abenteuer

Ein Halbjahres-Rückblick (Teil 1)

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Hallo liebe „Irgendwo in Iowa“-Fans (falls wir denn überhaupt noch welche haben… 😉),

zunächst möchten wir euch allen ein gutes neues Jahr 2021 wünschen, in dem hoffentlich vieles besser wird und sich manch ein verschobener oder hinten angestellter Wunsch realisieren lässt!

Seit unserem letzten Beitrag im Mai ist einiges passiert, und wir haben uns überlegt, dass wir anstelle von vielen Einzelblogs so eine Art Halbjahres-Rückblick für euch machen, um euch quasi im Zeitraffer wieder auf den neuesten Stand zu bringen.

Juni

Bekanntlich hat Peter im Juni Geburtstag und – wie ihr alle wisst – liebt er es, draußen zu grillen oder zu kochen. Das haben wir im Juni gleich 2x gemacht, einmal kurz vor seinem Geburtstag in Brown’s Woods (ein nahegelegener kleiner Wald, in dem man auch sehr schön spazierengehen kann) und einmal am Geburtstag selber im Raccoon River Park. Corona-bedingt waren wir nur zu zweit, aber das war auch sehr schön – und lecker.

Brown’s Woods – es gab gebratene Nudeln 

Raccoon River Park – es gab Beef Stroganoff mit Nudeln – und jede Menge Himmel und Panorama!    

Aufgrund der Corona-Pandemie musste sich unser geliebtes Playhouse – wie ja tausende anderer Theater, Opernhäuser, Kleinkunstbühnen etc. auch – etwas einfallen lassen, um nicht völlig ohne Einnahmen dazustehen. Und so gab es im Sommer 3x „Playhouse – Drive-In“ Theater zu sehen. Also quasi Auto-Kino mit Live-Darstellern. Der Parkplatz vom Playhouse ist allerdings ziemlich klein (und die amerikanischen Autos ja überwiegend ziemlich groß), so dass nicht allzu viele Zuschauer die Aufführungen sehen konnten, aber es kam wenigstens etwas Geld in die Kassen.

Viel Abstand zwischen den Autos und drum herum – so konnte man es aushalten! (rechts im Bild unsere Nachbarin Jean):

Social distancing auch auf der Bühne – es waren immer nur 2 Schauspieler im Einsatz


Juli

Im Juli stand Urlaub auf dem Plan, und zwar mit dem eigens dafür neu angeschafften Zelt. Eigentlich wollten wir nach Minnesota an einen der vielen Seen im „Land of 10000 Lakes“. Da wir aber zum einen sehr spät dran waren mit der Campingplatz-Suche und zum anderen dieses Jahr ja wirklich JEDER Campingurlaub machen wollte, haben wir leider keinen einzigen Platz gefunden, der zum gewünschten Termin frei war und auch nur annähernd unseren Vorstellungen entsprochen hat. Außerdem waren in Minnesota Corona-bedingt auf fast allen Campingplätzen die Toiletten und Waschräume geschlossen, was die Lage nicht gerade vereinfacht hat. So sind wir im Endeffekt also am Lake Okoboji gelandet, einem recht bekannten See im Nordwesten von Iowa, ca. 200 Meilen von Des Moines entfernt. Dort gibt es einen kleinen State Park mit Campingplatz, direkt am See gelegen, und wir dachten, wir hätten das große Los gezogen …

Wie sich allerdings nach kurzer Zeit herausstellte, war die Lage direkt am See auch so ziemlich das einzige Highlight 😉 und auf dem Campingplatz befand sich tatsächlich einer der wenigen öffentlichen Zugänge zum See. Das gesamte Ufer des Sees (das ja recht ausgedehnt ist, wie man oben sieht) befindet sich aber quasi in Privatbesitz und es reiht sich eine Luxusvilla an die andere, allerdings kommt man als Normalsterblicher halt fast nirgends überhaupt ans Wasser. Die Ortschaften rund um den See sind ziemlich touristisch (was ja so gar nicht unser Ding ist) und außer dem See gibt es auch eigentlich nichts in der Nähe, was man anschauen könnte. Wenn man nicht gerade Wassersportler oder Angler ist, gibt es eigentlich nicht viel zu unternehmen. Wir hatten zwar die Fahrräder dabei, sind aber nur 2x damit losgefahren, weil es zum einen sehr heiß war und zum anderen auch kaum vernünftige Radwege gab. Man musste also oft auf der Straße fahren und es ging munter hoch und runter… Also sind wir ein bisschen mit dem Auto durch die Gegend gefahren und haben uns ansonsten viel auf dem Campingplatz aufgehalten und versucht, das Zeltleben zu genießen.


Zeltaufbau ging ziemlich schnell, dann noch schnell das Tarp für eventuelle Regenfälle – schon stand unser mobiles Urlaubsquartier! Wir waren hier weit und breit die einzigen Zeltcamper, um uns herum standen nur große Wohnwagen und Wohnmobile. 😳

Spaziergang über den Campingplatz

Frühstück!!

Ein paar Impressionen vom See – wenigstens hatten wir schönes (sehr heißes) Wetter! 😊

Hier war ich tatsächlich ein einziges Mal schwimmen …

Hier wohnen wohl mehrere Großfamilien! 😉

Nach einer knappen Woche mussten wir auf einen anderen Stellplatz auf demselben Campingplatz umziehen, weil unser erster Stellplatz anderweitig reserviert war. Natürlich hat es in der Nacht vor unserem Umzug ein heftiges Unwetter gegeben, das unser Zelt zwar unbeschadet, aber natürlich klatschnass überstanden hat – und alles andere war natürlich ebenfalls nass, dreckig und matschig. Na ja, da es ja sehr warm war, ist dann auch alles relativ schnell getrocknet und der Umzug einigermaßen problemlos über die Bühne gegangen. Hier seht ihr unseren neuen Stellplatz, der zwar direkt am Wasser, dafür aber viel kleiner und hässlicher war. Die Bäume standen alle auf der falschen Seite, so dass wir fast den ganzen Tag pralle Sonne hatten, der Boden war – trotz des Regens – steinhart, so dass man die Heringe kaum rein bekam, und die Nachbarn rechts und links hockten uns ziemlich dicht auf der Pelle.

Hier mal ein Beispiel, wie das Seeufer mit Privatanwesen zugebaut war. Man konnte das Wasser zwar fast immer sehen, aber fast nie ran oder rein…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alles in allem war der Urlaub also nicht so toll, und für uns war klar geworden, dass wir a) nicht nochmal zum Lake Okoboji fahren würden und b) das Zeltcampen nicht (mehr) das Richtige für uns ist. 😔 Das viele Improvisieren, auf dem Boden hocken, Sachen suchen, hin und her räumen, nachts zum Toilettenhäuschen laufen, und die ewige Angst vor Unwettern und davor, eventuell ein klatschnasses Zelt ins Auto packen zu müssen (wie es uns ja letztes Jahr im Pikes Peak State Park passiert ist), hat uns echt total angenervt, und der (von Peter schon lange gehegte) Wunsch, uns einen Wohnwagen zuzulegen, wurde seitdem immer stärker …


August

Im August wurde dann nicht mehr lange gefackelt, es musste ein Wohnwagen her! Nach kurzer, aber intensiver Internet-Recherche und einigen Ausflügen zu lokalen Händlern hatten wir unseren Traumcamper gefunden: ein Riverside Retro 193 sollte es sein! 🤩

 

Aufgrund der Corona-bedingten starken Nachfrage nach Wohnwagen und des Produktionsrückstands, weil viele Hersteller zu Beginn der Pandemie eine Zeitlang geschlossen waren, war es nun gar nicht so einfach, ein solches Schätzchen zu finden. Aber dank Internet wurden wir dann doch fündig, sogar relativ „nah“ bei uns, nämlich in Lake Crystal im südlichen Minnesota, gerade mal lächerliche 230 Meilen (370 km) von uns entfernt. Nach einem ausführlichen Telefonat mit einem Verkäufer, der einen Videorundgang durch den Wohnwagen mit uns gemacht hat, sind wir am 15. August Richtung Minnesota aufgebrochen, um uns „unseren“ Camper in natura anzuschauen. Was wir gesehen haben, hat uns total überzeugt, und wir (bzw. Peter) haben am selben Tag noch den Kaufvertrag unterschrieben! Unter diesem Link findet ihr viele weitere Bilder, die der Händler auf seiner Website eingestellt hat. Und wie sich das gehört, wurde natürlich erstmal ein Foto mit den stolzen neuen Besitzern gemacht:

Gut, jetzt hatten wir zwar einen tollen Wohnwagen, aber mit Peters Toyota RAV 4 brauchten wir da gar nicht erst anzutreten. Es musste also auch noch ein neues Auto her (war aber sowieso geplant, weil Peter den RAV 4 ja nur aus der Not heraus, dass man im März kein Auto kaufen konnte, vom Siegwerk abgekauft hat, aber mittelfristig ein anderes Auto haben wollte). Aus dem eigentlich geplanten größeren SUV (ein Toyota Highlander oder ein Lexus 350RX standen ganz oben auf der Wunschliste) wurde dann kurzerhand ein Truck bzw. Pick-Up, denn nun war ja Zugkapazität gefragt und das Aussehen oder Faktoren wie Benzinverbrauch oder Rentabilität mussten hintenan gestellt werden! 😉 Diverse Autohaus-Besuche später wurde dann der nächste Kaufvertrag unterschrieben und bald stand dieses Schätzchen in unserer Einfahrt:


Ein Chevrolet Colorado – der „kleine“ Truck von Chevrolet (der große Silverado hätte nicht in die Garage gepasst, ganz klares „NO“! 😉)

Am 8. September haben wir dann den Camper beim Händler abgeholt, aber dazu später mehr.

Ein weiteres Highlight im August war die Ankunft unseres zweiten Containers aus Deutschland. Wir hatten ja den Mietvertrag für unser Haus in Meindorf zum 30. April gekündigt, wollten im März nach Deutschland fliegen und unseren Haushalt dort komplett auflösen. Tja – und dann kam alles anders… Unsere Deutschlandreise mussten wir wegen Corona stornieren, denn wir hätten zwar nach Deutschland einreisen können, aber nicht mehr zurück in die USA gedurft (woran sich übrigens bis heute nichts geändert hat). 😟 Unsere Vermieterin hatte sehr schnell einen Nachmieter gefunden, der so schnell wie möglich einziehen wollte, und so haben wir uns mit ihm zunächst geeinigt, dass er schon mal einziehen kann und wir so schnell wie möglich nach Deutschland kommen, um alles auszuräumen und eine reguläre Übergabe zu machen. Na ja, daraus wurde dann auch nichts, und nach einigen Monaten Leben im Chaos von zwei Haushalten unter einem Dach (und 3 relativ kleinen Kindern, die zumindest tageweise und an den Wochenenden bei ihm waren) wurde der Nachmieter langsam ungeduldig und wir mussten uns etwas einfallen lassen.

Wir haben also unsere Haushaltsauflösung und den „Umzug“ der verbleibenden Gegenstände in die USA aus der Ferne geregelt, und Mitte Juli wurde in Meindorf alles eingepackt, was die Reise im Container antreten sollte. Das klingt jetzt alles sehr einfach und reibungslos, aber in Wahrheit hatten wir natürlich im Vorfeld gefühlt 1000 x mit dem Nachmieter telefoniert, ellenlange Excel-Listen hin und hergeschickt und versucht, so viel wie möglich von den Dingen, die wir hier nicht haben wollen oder nicht gebrauchen können, an den Mann oder die Frau zu bringen. Unser Nachmieter hat einige Möbel und andere Dinge übernommen, was uns sehr recht war, vieles wurde verschenkt, manches gespendet oder entsorgt, einiges bei einem guten Freund in Deutschland eingelagert, und der Rest also in den Container verpackt, der am 21. August hier ankam.

So sah es während des Ausladens aus (man beachte unseren Kater Cosmo, der inmitten des ganzen Chaos‘ seelenruhig in der Garage lag und zuschaute! 🤣):

Wir haben dann eine Woche lang fleißig Kisten ausgepackt – und viele Kisten mit Müll vollgepackt … Da wir ja aus der Ferne vieles nicht richtig sichten und aussortieren konnten, sind natürlich auch viele Sachen mit gekommen, die wir eigentlich hätten entsorgen wollen. So hat sich eine stattliche Anzahl an Müllkisten angesammelt, die wir Anfang September zur nahe gelegenen Mülldeponie in Mitchellville gebracht und dort für kleines Geld entsorgt haben.

Nach wenigen Tagen war schon wieder die rechte Hälfte der Garage benutzbar (mein Auto konnte ja ruhig noch länger draußen stehen 😉):

Und achtet doch bitte einmal auf das Nummernschild am Truck. Hier in USA ist es gegen eine kleine Gebühr möglich, sein Wunschkennzeichen frei zu wählen (jedenfalls solange es nichts Anstößiges aussagt). Man kann online nachschauen, ob die Wunschkombination noch zu haben ist, und Peter konnte es kaum fassen, dass sein Vorname noch (oder gerade wieder) frei war. Da das Nummernschild innerhalb eines Bundesstaates natürlich eindeutig sein muss, ist er nachweislich der einzige mit diesem Kennzeichen in ganz Iowa! Allerdings könnte sich die Auffälligkeit des Fahrzeugs in Kombination mit dem Nummernschild durchaus auch unvorteilhaft auf seine Anonymität im Straßenverkehr auswirken 😉.

Der Stapel leerer Kartons und voller Müllkartons wuchs und wuchs …

und da war sie, die letzte Kiste!!! 👍🥂

Viele Sachen sind natürlich erst mal im Keller gelandet, von wo wir sie nach und nach wieder nach oben geholt und an ihren endgültigen Platz gestellt haben, aber es gibt immer noch viel zu tun.

Ende des ersten Teils – Teil 2 folgt in Kürze … 🙋‍♀️🙋🏼‍♂️

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