Irgendwo in Iowa…

Unser großes Abenteuer

Ein Halbjahres-Rückblick (Teil 2)

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Wie versprochen, geht es gleich weiter mit dem

September

Wie schon erwähnt, stand im September die Abholung unseres neuen Wohnwagens beim Händler an. Nachdem im Vorfeld noch Entscheidungen zur Art und Ausführung der Anhängerkupplung getroffen wurden und wir auch noch einiges Zubehör beim Händler bestellt hatten, das dann vor Ort montiert werden sollte, sind wir am 8. September morgens in aller Frühe erneut Richtung Minnesota aufgebrochen.

Dort erwartete uns eine ca. 2-stündige Erklärungsrunde im Wohnwagen, während der jedes einzelne Teil/Gerät etc. ausprobiert und erklärt wurde. Wir erfuhren also von Schwarz-, Grau- und Weißwassertanks, lernten Klimaanlage und Heizung zu bedienen, und jede Schranktür und Schublade wurde aufgemacht und erkundet. Peter hat Notizen gemacht, bis das iPad glühte, und nach 2 Stunden schwirrte uns ganz schön der Kopf. Dann ging es draußen weiter, wo der Warmwasserbereiter, die Außendusche und Markise inspiziert wurden und dann noch in unserem Beisein sämtliche oben erwähnten Tanks geleert wurden, damit wir nicht mit unnötigem Gewicht Richtung Heimat fuhren. Danach ging es aber erst richtig los, denn in der Zwischenzeit hatten fleißige Helfer die Anhängerkupplung an Peters Auto montiert und netterweise den Wohnwagen auch schon angekoppelt. Das war nett gedacht, nur: wir hatten ja keine Ahnung, wie wir den Wohnwagen wieder vom Auto abkoppeln und beim nächsten Mal wieder ankoppeln sollten. 😳

Kein Problem, ein netter junger Mann, der sich mit allem bestens auskannte, hat dann in unserem Beisein den Wohnwagen wieder ab- und angekoppelt und uns den ganzen Prozess sehr ausführlich erklärt und alle unsere (wahrscheinlich zum Teil ziemlich dummen) Fragen geduldig beantwortet. Irgendwann nachmittags gegen 16 Uhr war es dann endlich soweit, dass wir uns mit unserem neuen Gefährt auf die Straße trauen konnten.

Das war schon ein komisches Gefühl, mit so einem Riesenteil hintendran vom Parkplatz zu fahren (und unserer ist ja nur ein ganz kleiner Wohnwagen – da haben wir schon ganz andere Kaliber gesehen, wie mag es sich da wohl auf der „Jungfernfahrt“ anfühlen??…) Wir hatten beide den ganzen Tag fast nichts gegessen (hatten auch nicht damit gerechnet, dass alles so lange dauern würde), waren entsprechend unterzuckert und total überfordert von all den Informationen, die da auf uns eingeströmt sind, und hatten nun 230 Meilen Autobahn mit Wohnwagen vor uns – keine schöne Aussicht. Wir haben uns auch anfänglich nicht getraut, unterwegs anzuhalten, um etwas zu essen, weil wir ja überhaupt nicht mit dem Wohnwagen rangieren konnten und nicht wussten, wie wir von einem Parkplatz wieder auf die Straße kommen sollten, falls man nicht geradeaus durchfahren konnte. 😉

Irgendwann ließ es sich dann allerdings nicht mehr vermeiden, und wir mussten von der Autobahn abfahren, um dringende Bedürfnisse zu erledigen und bei der Gelegenheit auch endlich etwas zu essen zu besorgen. War aber halb so schlimm, der Parkplatz war groß genug, dass wir in einem großen Kreis drehen konnten, um zurück auf die Straße zu kommen.

Zu allem Überfluss fing es auch ungefähr bei unserer Abfahrt aus Lake Crystal an zu regnen, und hörte quasi nicht mehr auf, bis wir in West Des Moines angekommen sind. Unterwegs war die Sicht zum Teil extrem schlecht, und die eigens am Wohnwagen installierte Rückkamera hat uns kaum genützt, weil sie die meiste Zeit vollgespritzt und verdreckt war.

Aber auch diese 230 Meilen waren irgendwann geschafft und gegen 21.30h kamen wir endlich zuhause an. Dort erwartete uns noch eine weitere große Herausforderung: wir mussten den Wohnwagen rückwärts in unsere Einfahrt und vor die Garage manövrieren. Wir hatten zwar im Vorfeld einiges über das Rangieren und Rückwärtsfahren mit Anhänger gelesen und uns diverse Videos auf YouTube angeschaut, aber „grau ist alle Theorie“ und in der Praxis ist dann doch plötzlich alles ganz anders… Nach ca. 5 erfolglosen Versuchen, nach denen Peter jeweils eine Runde „um den Block“ fahren musste, um wieder in derselben Richtung vor der Einfahrt zu stehen, war es dann aber endlich geschafft und wir konnten den Wohnwagen vom Auto abkoppeln und abstellen!

Da stand er endlich!! Puh, das war ein Tag, sage ich euch! Ich hatte am Anfang wirklich gehörigen Respekt vor unserer neuen Behausung auf Rädern und war heilfroh, als er dann erstmal in der Einfahrt stand und wir uns im Wohnzimmer aufs Sofa fallen lassen konnten.

In den nächsten Tagen haben wir uns dann eingehend mit dem Wohnwagen und seinem Innenleben vertraut gemacht. Unser neugieriger Cosmo musste natürlich auch dabei sein. Er ist bei der ersten Gelegenheit reingehüpft und hat sich erst mal alles in Ruhe angeguckt!

Am folgenden Wochenende sind wir zum Parkplatz einer nahe gelegenen Grundschule gefahren und haben dort erstmal das Rangieren und rückwärts Einparken geübt.

Als wir dachten, dass wir es einigermaßen beherrschen, sind wir nach Hause gefahren, um dort erneut mindestens 4 oder 5 Anläufe zu brauchen, bis der Wohnwagen wieder in der Einfahrt stand. 😳 Es ist wirklich gar nicht so einfach, und wir müssen wohl zu Beginn der nächsten Saison noch diverse Stunden auf dem Parkplatz verbringen, bis wir das mit dem Einparken einigermaßen zuverlässig hinkriegen.

Eine weitere Woche später ging es dann endlich los auf unseren ersten Campingtrip zum Honey Creek State Park am Rathbun Lake, 100 Meilen südöstlich von Des Moines. Eigentlich wollten wir auf einen näher gelegenen Campingplatz fahren, aber dort waren leider alle in Frage kommenden Stellplätze (sprich: mit Stromanschluss und „full hook-up“, d.h. Frischwasser- und Abwasseranschluss) belegt. Der Campingplatz war nicht gerade sehr schön, eher ein großer geschotterter Parkplatz mit ein bisschen Grün und diversen Stellplätzen, aber für den ersten Ausflug und quasi zum Üben war er gut genug, und der See selber war sehr schön UND man konnte an ganz vielen Stellen ans Ufer, darüber waren wir schon mal sehr erfreut!


Aufgebockt und am Strom angeschlossen – jetzt noch Wasser und Abwasser anschließen, und dann konnte man es sich unter der Markise gemütlich machen und ein Bierchen trinken!

Der See war gar nicht mal so klein. Es soll der größte See in Iowa sein, und so sah er auch aus!

Als wir Sonntags abgereist sind, waren wir fast die letzten auf dem Campingplatz:

Später im September haben wir noch eine Woche auf dem Campingplatz im Walnut Woods State Park verbracht, der ist nur 20 Minuten von zuhause entfernt, und so konnten wir immer mal zwischendurch nach Hause fahren, nach den Katzen schauen (die aber ansonsten natürlich von unserer Nachbarin Jean versorgt wurden) und wenn Peter eine Telefon- oder Videokonferenz hatte (er hatte sich keinen Urlaub genommen), hat er die zum Teil auch von zuhause wahrgenommen, weil das Internet auf dem Campingplatz nicht das Schnellste war.



Ein schöner Stellplatz unter Bäumen

 



Der Campingplatz ist ziemlich klein, aber fein …

Abendstimmung


Der Raccoon River (verläuft direkt neben dem Campingplatz) im Abendlicht


Ein Ausflug in die nähere Umgebung vom Campingplatz

Nach diesen Trips fühlten wir uns beide recht fit im Umgang mit dem Wohnwagen und Ende Oktober haben wir ihn dann in sein Winterquartier gebracht, wo er nun auf uns wartet, bis wir ihn -hoffentlich- im April wieder rausholen und damit losfahren können. Heute (9. Januar) haben wir ihn übrigens im Winterquartier „besucht“, weil wir mal gucken wollten, ob alles in Ordnung ist (kein Schimmel, keine Mäuse etc.) und haben dabei noch 2 Fotos gemacht:

So sieht er ganz schön groß aus!

So gar nicht mehr …

Die Halle, in der er steht, ist in Bevington, ca. 20 Minuten südlich von Des Moines. Der Stellplatz ist nicht ideal, weil wir nur nach vorheriger Anmeldung rein können und es dort auch ziemlich staubig ist und wir nicht sicher sind, ob nicht doch Mäuse oder Ratten reinkommen. Aber dafür ist es einigermaßen bezahlbar mit $60 pro Monat. Wenn man einen abgeschlossenen Stellplatz mit 24/7-Zugang und vielleicht sogar noch Heizung haben möchte, muss man dafür $150-200 hinlegen! 😳

Oktober

Anfang Oktober hatten wir wunderschönes Herbstwetter bei angenehmen Temperaturen und so haben wir noch ein paar Ausflüge in die nähere Umgebung gemacht, einmal in den Ledges State Park

Und einmal zum Lake Red Rock


Unter diesem Baum haben wir später gesessen und gegessen…! 😋

In der darauffolgenden Woche habe ich bei immer noch wunderschönem Spätherbstwetter zwei Ausflüge zum Raccoon River Park gemacht, einmal am Abend:

und einmal am frühen Morgen:


Das frühe Aufstehen hatte sich gelohnt!! 🤩

Kaum zu glauben, was uns dann nur zwei Tage später erwartete:


Der erste Schnee des Jahres am 18. Oktober!! 😔😟
Zum Glück blieb er aber nicht lange liegen. 👍

November

Das Wetter in Iowa ist ja ziemlich verrückt und die Temperaturschwankungen von Tag zu Tag oder auch von Woche zu Woche können manchmal erheblich sein. Diesmal kam es uns aber zugute, denn am 6. November konnten wir tatsächlich nochmal grillen UND auf der Terrasse sitzen und essen!

Ansonsten stand der November hier in den USA natürlich ganz im Zeichen der Präsidentenwahl am 3. November, die die meisten von euch ja vermutlich ähnlich gespannt (und besorgt) wie wir mitverfolgt haben. Als dann 3 Tage später endlich das Ergebnis feststand, haben wir laut gejubelt. Da war ja auch noch nicht abzusehen, was danach alles passieren würde – aber darauf will ich jetzt nicht näher eingehen, die Nachrichten waren und sind ja sowieso voll davon.

Nur ein kleines Bild!!!! 😉

Das schöne und warme Wetter hat sich im November ziemlich lange gehalten und wir haben noch ein paar weitere Ausflüge unternommen.

Nochmal im Raccoon River Park mit einem ganz besonderen Himmel:

Dann einmal um den Lake Ahquabi herum, wobei wir dieses Mal nicht mit den Handys fotografiert haben, sondern ich mit meiner Canon Spiegelreflexkamera und Peter mit seiner kleinen Sony Kompaktkamera (die super Bilder macht):

Und zu guter letzt waren wir nochmal im Jester Park (wo wir vor einigen Jahren mal Langlauf gemacht haben – da sah es allerdings etwas anders aus!) 😉

Dezember

Kurz vor Weihnachten sind wir wieder nach Beaverdale gefahren (Stadtteil von Des Moines), dort gibt es ja eine Straße, in der sich die Anwohner Jahr für Jahr überbieten mit (überwiegend) geschmackvoller Weihnachtsdekoration. Wir haben tatsächlich ca. 15 Minuten in einer Schlange von Autos gestanden, die alle durch die kleine Straße fahren wollten, um sich die Lichter anzusehen. Die armen Anwohner!!! Aber die sind wahrscheinlich Kummer gewohnt; wir vermuten, dass jeder, der dort hinziehen oder ein Haus kaufen möchte, sich verpflichten muss, bei der Lichteraktion mitzumachen, und jeder weiß, was ihn dort in Sachen Autoschlangen im Dezember erwartet. 😉 Aber seht selbst:

Zum Jahresende, genauer gesagt am 29. Dezember, hat es dann nochmal richtig geschneit! Den ganzen Tag durch, und abends, als es aufgehört hatte, bin ich nochmal zu einem kleinen Schneespaziergang in der Nachbarschaft losgezogen:

Das war schon toll, so viel Schnee bekommen wir hier auch selten! Es ist zwar im Winter immer schw…kalt in Iowa, aber doch meistens sehr trocken. Am nächsten und übernächsten Tag bin ich natürlich direkt wieder raus in den Schnee (einmal zu Fuß, einmal mit den Langlaufskiern), dann wieder bei blauem Himmel und Sonnenschein.

Hier hatten ein paar andere Langläufer tatsächlich so eine Art Loipe gespurt!

Die meiste Zeit bin ich allerdings im „Tiefschnee“ unterwegs gewesen, das war mega-anstrengend!

So, ihr Lieben, das war das Jahr 2020 im „Schnell“-Durchlauf. Wir hoffen, es hat euch ein bisschen Spaß gemacht, unseren kleinen Rückblick zu lesen. Und wir hoffen natürlich alle, dass 2021 besser wird, aber immerhin gibt es jetzt sogar mehrere Impfstoffe und die USA bekommen in 11 Tagen endlich einen neuen Präsidenten – von daher KANN es ja eigentlich nur besser werden!! 😷👍

Ganz zum Schluss noch ein süßes Bild von unserem schwarzen Kater mit roter Weihnachtsmann-Mütze!!!

 

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